rechnungswesen

Praxisräume im Keller: Haben Sie ein häusliches Arbeitszimmer oder eine Betriebsstätte?

Praxisräume im Keller: Haben Sie ein häusliches Arbeitszimmer oder eine Betriebsstätte?

Seit 2007 sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann als Betriebsausgaben bei den Einkünften aus selbständiger Arbeit abziehbar, wenn das Zimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit bildet. Vor diesem Hintergrund ist es für einen selbständigen Arzt von Interesse, ob Praxisräume im eigenen Einfamilienhaus als häusliches Arbeitszimmer gelten oder als Betriebsstätte, für die kein Abzugsverbot besteht.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (FG) hat entschieden, dass es für die Einstufung einer Arztpraxis als Betriebsstätte erforderlich ist, dass die Räume

  • zum einen besonders für die Behandlung von Patienten eingerichtet und
  • zum anderen für sie leicht zugänglich sind.

Gerade die unkomplizierte Zugänglichkeit ist ein entscheidendes Kriterium, so dass der Eingangsbereich entweder völlig separat sein oder sich zumindest erkennbar von den anderen, privat genutzten Räumlichkeiten absetzen muss. Abgesehen von einer Tür darf keine räumliche Verbindung zu diesen bestehen.

Im Streitfall waren die fraglichen Räume schon im Hinblick auf ihre Ausstattung mit Fitnessgeräten nicht deutlich erkennbar aus der häuslichen Sphäre ausgegliedert. Die Patienten konnten sie nur erreichen, indem sie Privaträume durchquerten. Auch eine Toilette stand ihnen allenfalls im Privatbereich zur Verfügung. Da zudem kein intensiver Publikumsverkehr stattfand und der Arzt nur gelegentlich Patienten in seiner Privatpraxis betreute, lag eine äußerlich nur schwer oder gar nicht erkennbare Trennung der betrieblichen/beruflichen von der privaten Sphäre vor. Deshalb kam das FG zu dem Ergebnis, dass das Abzugsverbot bei den Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer greift, da der Arzt überwiegend in seiner nicht mit dem Einfamilienhaus verbundenen Praxis tätig war.

 

Quelle: Deubner-Verlag

planungsrechnung

Häusliches Arbeitszimmer eines Arztes: Aufwendungen bleiben unberücksichtigt

Nutzen Sie in Ihren privaten Räumlichkeiten ein Arbeitszimmer, um in aller Ruhe lästige Büroarbeiten zu erledigen, Privatliquidationen abzurechnen oder Fachliteratur zu lesen? Dann stellen Sie sich bestimmt die Frage, ob Sie die Kosten für dieses Zimmer steuerlich geltend machen können. Genau mit dieser Rechtsproblematik hat sich das Finanzgericht Köln (FG) beschäftigt.

Ein an einer Praxisgemeinschaft beteiligter Arzt gab an, dass seine Ehefrau im häuslichen Arbeitszimmer unentgeltlich Büro- und Verwaltungsarbeiten für die Praxis erledige. Die in der Praxis vorhandenen Schränke, Schreibtische und Computer dienten allein dem medizinischen Ablauf in der Praxis. Dort erfolge lediglich die Abrechnung mit den Krankenkassen.

Die Finanzrichter lehnten den Betriebsausgabenabzug für das häusliche Arbeitszimmer ab, da der Mittelpunkt der ärztlichen Tätigkeit nicht im Arbeitszimmer liege. Zudem stehe in der ärztlichen Praxis ein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Ein selbständig Tätiger könne die konkrete Ausgestaltung seines Arbeitsplatzes und dessen Nutzungsumfang selbst beeinflussen. Er unterliege – anders als ein Angestellter – keinen Direktions- oder Dienstrechten eines Arbeitgebers. Das Vorhandensein eines Schreibtischarbeitsplatzes in der Praxis indiziert laut FG-Urteil, dass dieser dem Arzt für alle Aufgabenbereiche seiner selbständigen Erwerbstätigkeit zur Verfügung steht. Nur falls die Schreibtische aus Platzmangel derart klein ausfielen, dass sie für die Erstellung von Abrechnungen und das Literaturstudium nicht zumutbar genutzt werden könnten, sei dies anders zu bewerten. Allerdings wiesen die Richter darauf hin, dass eine Vermietung der Räumlichkeiten (etwa durch die Ehefrau) an die ärztliche Praxis wohl zur Berücksichtigung der Aufwendungen als Betriebsausgaben geführt hätte.

Hinweis: Das Urteil ist noch zu der bis 2006 gültigen Rechtslage ergangen. Gegen die ab 2007 eingeführte Neuregelung – die einen Betriebsausgabenabzug für häusliche Arbeitszimmer nur noch vorsieht, falls diese den Tätigkeitsmittelpunkt bilden – bestehen erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken. Es empfiehlt sich daher, die Kosten auch dann geltend zu machen, wenn Ihnen im Praxisbereich kein Platz für tägliche Verwaltungsarbeiten zur Verfügung steht.

 

Quelle: Deubner-Verlag

analysen

Verdeckte Gewinnausschüttung: Wenn der GmbH-Geschäftsführer eine verfallbare Pensionszusage abfindet

Sind Sie beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, so werden Vereinbarungen zwischen Ihnen und der GmbH steuerrechtlich nur dann anerkannt, wenn sie einem Fremdvergleich standhalten. Wäre ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsführer gegenüber einem Dritten zu einer derartigen Vereinbarung nicht bereit, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) vor.

  • Bei der GmbH kann diese zu einer Gewinnerhöhung und damit zur Belastung mit Körperschaft- und Gewerbesteuer führen.
  • Beim Gesellschafter-Geschäftsführer führt sie zu Einkünften aus Kapitalvermögen.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat kürzlich entschieden, dass die Abfindung einer noch verfallbaren Pensionszusage des Gesellschafter-Geschäftsführers zu einer vGA führt,  wenn ihm die Ansprüche aus der Rückdeckungsversicherung abgetreten werden, also der Versicherung, die die GmbH abgeschlossen hat, um später die Versorgungsleistungen finanzieren zu können.  Ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsführer wäre nicht bereit, eine verfallbare Anwartschaft abzufinden.

Hinweis: Um eine vGA zu vermeiden, sollten Sie beachten, dass eine Versorgungszusage zugunsten des beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführers Aussagen zur Frage der Unverfallbarkeit enthalten muss, um diese zu erreichen. Fehlen entsprechende Aussagen, wird die Zusage nach Auffassung des Bundesfinanzhofs nie unverfallbar.

 

Quelle: Deubner-Verlag

Reisekostenabrechnung

Verpflegungsmehraufwendungen: Wann liegt eine Auswärtstätigkeit vor?

Sind Sie als Arbeitnehmer entweder vorübergehend von Ihrer Wohnung und dem ortsgebundenen Mittelpunkt Ihrer dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit entfernt tätig oder typischerweise nur an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten oder auf einem Fahrzeug eingesetzt, können Sie Verpflegungsmehraufwand in Höhe von

  • 24 EUR (Abwesenheit von 24 Stunden),
  • 12 EUR (Abwesenheit von mindestens 14 Stunden) bzw.
  • 6 EUR (Abwesenheit von mindestens 8 Stunden)

als Werbungskosten abziehen.

In einem aktuellen Streitfall urteilte der Bundesfinanzhof, dass der Einsatz eines Arbeitnehmers auf einem Fahrzeug auf dem Betriebsgelände oder unter Tage im Bergwerk des Arbeitgebers keine Fahrtätigkeit im Sinne einer Auswärtstätigkeit darstellt und somit nicht zum Werbungskostenabzug von Verpflegungsmehraufwendungen berechtigt.

 

Quelle: Deubner-Verlag

Reisekostenabrechnung

Reisekosten: Kein Abzug beim Besuch touristisch interessanter Orte

Aufwendungen für Informationsreisen sind als Werbungskosten abziehbar, wenn die berufliche Veranlassung bei weitem überwiegt und die Befriedigung privater Interessen wie z.B. Erholung, Bildung und Erweiterung des allgemeinen Gesichtskreises nur von untergeordneter Bedeutung ist. Das wird nach Anlass, Programm und tatsächlicher Durchführung der Reise beurteilt. Sofern private Interessen nicht nur untergeordnete Bedeutung haben, ist keine Aufteilung der Reise in ausschließlich beruflich und privat veranlasste Zeitanteile möglich. K.-o.-Kriterien können beispielsweise Führungen zu allgemeintouristischen Zielen sein.

Nach einem aktuellen Urteil kann bei einem Gymnasiallehrer für Deutsch, Kunst und Kunstgeschichte selbst dann nicht von einer insgesamt nahezu ausschließlich beruflichen Veranlassung der Reise als Voraussetzung für den Werbungskostenabzug ausgegangen werden, wenn

  • an der Reise ausschließlich Lehrer teilgenommen haben,
  • auf die Belange der Lehrer eingehende Führungen durch Kunsthistoriker stattgefunden haben,
  • Museen besucht wurden,
  • die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit Künstlern geboten wurde,
  • die berufliche Veranlassung der Reise durch die Schulleitung bestätigt und
  • ein Zuschuss zu den Reisekosten gewährt wurde.

Eine ausschließlich berufliche Veranlassung wird nur dann angenommen, wenn der Reise ein unmittelbarer beruflicher Anlass zugrunde liegt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn

  • ein Geschäftspartner aufgesucht,
  • ein Forschungsauftrag durchgeführt,
  • ein Vortrag auf einem Fachkongress gehalten oder
  • eine Klassenfahrt durchgeführt wird.

Hinweis: Der Reisende kann auch nicht argumentieren, dass bei anderen Teilnehmern ein voller oder teilweiser Werbungskostenabzug zugelassen wurde.

 

Quelle: Deubner-Verlag

steuererklärung

Doppelbesteuerungsabkommen: Deutsche Sonderregelung gilt nicht grenzüberschreitend

Durch ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) soll vermeiden, dass ein Ertrag in zwei Ländern besteuert wird. Die Regelungen eines DBA gehen den nationalen Steuergesetzen vor. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Verfahren, nach denen das Finanzamt Einkünfte von jenseits der Grenze besteuert:

1. Steuerfreistellung: Die ausländischen Erträge sind in Deutschland steuerfrei, unterliegen aber bei Ländern außerhalb der EU dem Progressionsvorbehalt und erhöhen den Steuersatz für die steuerpflichtigen Einkünfte, ohne selbst der Steuer zu unterliegen.

2. Steueranrechnung: Die Erträge werden auch im Inland besteuert. Dafür darf die im fremden Staat gezahlte Abgabe auf die eigene Steuerlast angerechnet werden.

Grundsätzlich wird die Steuerfreistellung bei Unternehmensgewinnen und Mieteinkünften verwendet. Liegt die Immobilie jenseits der Grenze, bleiben die Erträge in Deutschland steuerfrei. Kapitaleinnahmen hingegen werden im Wohnsitzstaat besteuert; das auszahlende Land behält eine pauschale Quellensteuer ein. Nach Abzug der Quellensteuer bekommen Anleger lediglich den Nettobetrag auf dem heimischen Konto gutgeschrieben.

Oftmals wollen Personengesellschaften wegen günstiger Tarife im Ausland besteuert werden. Da sie aber nur vermögensverwaltend tätig werden, binden sie eine GmbH in die Geschäftsführung ein. Damit werden sie in Deutschland zwar als gewerblich behandelt, diese nationale Regelung reicht aber nicht aus, um eine solche Gesellschaft als Unternehmen im Sinne eines DBA einzustufen. Damit werden die im Ausland erzielten Erträge in Deutschland besteuert. Um die hohen Freibeträge und günstigen Steuertarife für die Gesellschafter im Ausland nutzen zu können, muss eine GmbH & Co. KG also jenseits der Grenze aktiv tätig werden.

 

Quelle: Deubner-Verlag

rechnungswesen

Gewerblicher Grundstückshandel: Wertung nach objektiven Kriterien maßgeblich!

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in der Vergangenheit häufig Streitfälle zum gewerblichen Grundstückshandel entschieden. Die Finanzverwaltung unterstellt einen solchen

  • bei einer Veräußerung von mehr als drei Objekten innerhalb eines Fünfjahreszeitraums und
  • bei Veräußerung mit unbedingter Veräußerungsabsicht.

Im Gegensatz zur privaten Vermögensverwaltung können Sie bei einem gewerblichen Grundstückshandel keine Abschreibungen auf Gebäude des Umlaufvermögens vornehmen, die stillen Reserven sind steuerverstrickt und der Gewinn unterliegt der Gewerbesteuer.

In einem aktuellen Fall hatte ein Steuerpflichtiger einen Verlust aus der Veräußerung von zwei Objekten erzielt. Er hatte beim Finanzamt und seiner Gemeindebehörde einen Gewerbebetrieb angemeldet und Dritten gegenüber erklärt, er sei gewerblicher Grundstückshändler. Die Finanzverwaltung hat jedoch einen gewerblichen Grundstückshandel verneint, so dass der Verlust nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden konnte. Der BFH entschied, dass für die steuerrechtliche Qualifizierung einer Tätigkeit nicht die vom Steuerpflichtigen subjektiv vorgenommene Beurteilung maßgeblich ist, sondern vielmehr eine Wertung nach objektiven Kriterien.

Hinweis: Haben Sie aus der Veräußerung eines oder mehrerer Grundstücke einen Verlust erlitten, sollten Sie frühzeitig ein Beratungsgespräch mit Ihrem Steuerberater suchen, um diesen Verlust möglichst mit anderen Einkünften verrechnen zu können.

 

Quelle: Deubner-Verlag

steuererklärung

Instandhaltungsaufwendungen: Bei Verknüpfung mit Grundstücksveräußerung nicht abziehbar

Vermieten Sie als Grundstückseigentümer Ihre Immobilie, können Sie damit zusammenhängende Renovierungs- und Instandsetzungsaufwendungen grundsätzlich als Werbungskosten bei Ihren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Selbst wenn Sie das Objekt anschließend verkaufen und die Aufwendungen erst nach der Veräußerung oder dem Abschluss des Veräußerungsvertrags begleichen, wird typisierend davon ausgegangen, dass die Aufwendungen – unabhängig vom Zahlungszeitpunkt – noch der Einkünfteerzielung dienen. Dies hat zur Folge, dass sie als Werbungskosten abgezogen werden können.

Etwas anderes gilt jedoch, wenn Sie sich im Rahmen einer Grundstücksveräußerung als Verkäufer gegenüber dem Käufer verpflichten, bestimmte Reparaturen durchzuführen. In einem solchen Fall geht der Bundesfinanzhof davon aus, dass die Mitveranlassung der Aufwendungen durch die Abnutzung der Immobilie während der bisherigen Vermietungstätigkeit von der Verknüpfung mit der nicht einkommensteuerbaren Grundstücksveräußerung überlagert wird. Ein Abzug als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung scheidet deshalb aus.

 

Quelle: Deubner-Verlag

Paragraph Chess

Grunderwerbsteuer: Säumniszuschlag trotz Rücktritts vom Kaufvertrag

Säumniszuschläge dienen als Druckmittel des Finanzamts zur Durchsetzung fälliger Steueransprüche. Sie haben Zinscharakter, entstehen bei Nichtzahlung zum Fälligkeitstermin und werden nicht durch einen besonderen Bescheid festgesetzt, sondern sofort durch die erste Zahlungsaufforderung erhoben. Der Säumniszuschlag beträgt für jeden angefangenen Monat 1 % auf den nächsten durch 50 EUR teilbaren Betrag abgerundeten rückständigen Steuerbetrags.

Ein Säumniszuschlag muss nicht erlassen werden, wenn der Erwerber eines Grundstücks vom Kaufvertrag zurückgetreten ist. Denn entweder wird die Grunderwerbsteuer auf Antrag erst gar nicht festgesetzt oder der Steuerbescheid wieder aufgehoben, wenn ein Grundstücksgeschäft innerhalb von zwei Jahren wieder rückgängig gemacht wird. Um diese Frist einzuhalten, muss die Rückeintragung im Grundbuch zumindest beantragt sein.

Das betrifft aber nicht solche Fälle, in denen die zunächst festgesetzte Grunderwerbsteuer nicht bezahlt wurde. Dann besteht kein Anspruch auf Erlass der Säumniszuschläge aus sachlichen Billigkeitsgründen. Die Zuschläge dürfen erhoben werden, soweit sie auf den Zeitraum von der Fälligkeit der zunächst festgesetzten Steuer bis zum Zeitpunkt des wirksamen Rücktritts vom Kaufvertrag entfallen. Dabei ist unerheblich, dass möglicherweise von Anfang an Zweifel an der Erfüllbarkeit des Kaufvertrags bestanden.

Sachliche Billigkeitsgründe für den Erlass von Säumniszuschlägen setzen voraus, dass die Einziehung der Abgabe im Einzelfall nicht mehr zu rechtfertigen ist. Der Säumniszuschlag ist aber zulässig, wenn die Steuerfestsetzung aufgehoben, geändert oder berichtigt wird. Denn er dient neben dem Zweck, Druck zur pünktlichen Zahlung auszuüben, auch als Gegenleistung für die verspätete Zahlung. Vor diesem Hintergrund nimmt der Gesetzgeber das Anfallen von Säumniszuschlägen auch dann in Kauf, wenn eine Steuer zu Unrecht festgesetzt worden ist.

Hinweis: Können Sie bei Fälligkeit nicht zahlen, lohnt ein Antrag auf Stundung, mit dem sich ein Säumniszuschlag meist umgehen lässt. Eine Stundung ist 0,5 % Zinsbelastung auch deutlich günstiger. Das Finanzamt stundet die Steuer, wenn die Einziehung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte für den Schuldner bedeuten würde und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet ist. Mit der Stundung wird die Fälligkeit hinausgeschoben. Solange gestundet ist, können keine Säumniszuschläge entstehen und keine Vollstreckungsmaßnahmen getroffen werden.

 

Quelle: Deubner-Verlag

bauwirtschaft

Eigenheimzulage: Förderung halbiert sich bei Auszug eines Ehepartners

Beim Bau oder Kauf einer Immobilie oder Wohnung gab es acht Jahre lang eine Eigenheimzulage von maximal 1.250 EUR pro Jahr und zusätzlich 800 EUR pro Jahr für jedes Kind, für das im Einzugsjahr Anspruch auf Kindergeld bestand. Anspruch auf Eigenheimzulage für ein erworbenes oder errichtetes Haus bestand, wenn es selbst genutzt oder unentgeltlich an einen Angehörigen überlassen wurde. Diese staatliche Förderung für Hauserwerber und -bauer ist 2006 entfallen. Nur wenn das Datum auf dem Bauantrag oder Kaufvertrag noch aus 2005 stammt, gibt es die Zulage weiterhin. Wurde der Bauantrag rechtzeitig gestellt, beginnt die achtjährige Förderung im Jahr der Fertigstellung.

Haben Ehegatten für ein gemeinschaftlich erworbenes oder errichtetes Haus Eigenheimzulage erhalten und trennt sich das Paar, bekommt der aus dem Haus ausziehende Partner nur dann weiterhin die seinem Miteigentumsanteil entsprechende Hälfte der Eigenheimzulage, wenn er seine Hälfte des Hauses dem anderen Ehegatten unentgeltlich überlässt. Zahlt der andere Ehegatte hingegen eine Nutzungsentschädigung, entfällt die hälftige Eigenheimzulage für den nicht mehr in dem Haus lebenden Gatten.

Diese negative Folge tritt auch dann ein, wenn der in dem Haus verbleibende Ehegatte zwar keine Nutzungsentschädigung zahlt, aber

  • die Kreditraten und die laufenden Kosten des Hauses allein trägt,
  • den nicht mehr dort lebenden Ehegatten im Innenverhältnis von allen Ansprüchen der kreditgebenden Bank freistellt und
  • diese dem aus dem Haus ausgezogenen Ehegatten zugutekommenden Zahlungen nur deshalb geleistet werden, um das Haus nunmehr allein nutzen zu können.

Eine solche Konstellation ist mit einer Nutzungsentschädigung gleichzusetzen. Denn der im Haus verbleibende Gatte zahlt für sein alleiniges Wohnrecht nur in einer anderen Form.

Hinweis: Sofern das Ehepaar dauernd getrennt lebt oder bereits geschieden ist, gilt der Erwerb des Eigenheims vom anderen Partner als begünstigte Anschaffung. Allerdings gibt es für ein solches Geschäft jetzt keine Zulage mehr. Der entsprechende Kaufvertrag hätte bis Ende 2005 abgeschlossen werden müssen.

 

Quelle: Deubner-Verlag